Eine Augenweide?

Klarheit:
Ein Qualitätswein muss immer klar sein. Schlieren und Trübungen sind eindeutig Hinweise auf Mängel oder Fehler. Einzig kristalline Ausscheidungen wie Weinstein (nicht gebundene Weinsäure) sind erlaubt. Sie entstehen meist in Weinen, die einen Temperaturschock erlitten haben und zeugen oft von einer hohen Qualität.

Lichtreflexion:
Ein junger, qualitativ guter Wein funkelt und reflektiert dass Licht wie ein Kristall, stark kellerbehandelte Konsumweine erscheinen matt.

Farbintensität:
Der Wein kann sich wässerig, hell, blass, kräftig, tief oder dunkel zeigen. Die Ursache für wässerige, helle, blasse Weine liegen in ungenügender Extraktion (in der Rotweinbereitung der Prozess während und nach der Gärung, bei dem Phenole wie Tannine, Farbstoffe bzw. ”Geschmacksphenole”, herrührend aus Traubenschalen, Kernen und Stielfragmenten mittels Einweichung in den Traubenmost übergeführt werden). Weitere Gründe für blasse Weine können viel Regen, unreifes Traubengut, junge Reben, zu hohe Erträge und nicht zuletzt zu tiefe Gärtemperaturen sein. Solche Weine, sind meist ”kleine” Jahrgänge  mit  kurzer  Lebenserwartung.  Farbintensive

Weine, tiefe, dunkle und kräftige Weine entstehen fast nur im Zusammenhang mit alten Rebstöcken, geringen Erträgen, guter Extraktion und natürlich bei einer guten und weitsichtigen Vinifikation.

Farbe:
Die Farbe gibt Aufschluss über Alter und Gesundheit, aber auch über die Vinifikation des Weins.
Weissweine: Eher farblose, hellgelbe und grünliche Weissweine sind jung, gut vor Oxidation geschützt und oft aus moderner Vinifikation im Edelstahltank. Strohgelbe bis goldgelbe Weine sind reif und möglicherweise im Holzfass ausgebaut. Kupfrig-bronzefarbene Weine sind alt. Oxidierte Weissweine erscheinen braun.
Rosé: Trinkreife, fruchtige Roséweine sind lachsfarben bis hellrot. Werden sie rosa, gelblich oder gar bräunlich, sind sie meist zu alt und oxidiert.
Rotweine: Bläulich-rote Weine sind jung. Wandelt sich die Farbe über kirschrot zu rot oder rot mit gelben Schattierungen, sind sie genussreif. Nur grosse Weine erreichen im hohen Alter Farben von rotbraun bis orange und sind dabei ausgewogen in Säure, Gerbstoffen und Alkohol.

Viskosität:
Die Geschmeidigkeit und Viskosität hängt mit dem Glyzeringehalt zusammen. Entstehen am Glasrand ”Kirchenfenster”, die lange verweilen, weist dies auf einen hohen Alkohol-, insbesondere auf einen hohen Glyzeringehalt hin.
Konsistenz des Weins:
Der Wein kann dünn, normal, dick oder ölig aussehen. Allenfalls sind unterschiedliche Formen von Kohlensäure (spritzig) zu erkennen.

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